Am Stau sind die Autobauer schuld. Nicht die Strassenbauer. Ein Erlebnisbericht aus der Welt von Big Data.

Stellt Euch vor. Es ist Freitag und die ganze Family will vom Bodensee nach Heidelberg fahren. Natürlich ist es früher Nachmittag. Und wir sind selber schuld. Wer fährt schon im Wochenendverkehr mitten durch Deutschland?

Ich muss mich zunächst selbst outen. Denn wir steigen in unser Funcar ein. Das MINI CooperS Cabrio meiner Frau. Ich gebe zu, das ist im gleichen Preissegment wie ein Hybrid-Japaner und nicht wirklich ein vernünftiges Auto. Es ist zu kalt, offen zu fahren und ich bin eigentlich zu fett für die sportlichen Masse. Wir sind zu viert und die Kinder sind hinten zwischen Taschen und Jacken eingeklemmt. Ich kassiere gerne Punktabzug in Sachen Klimaschutz, CO2. Aber immerhin ein Benziner und voll besetzt.

Was jetzt folgt ist ein Bericht, bei dem es nicht in erster Linie um Emissionen geht. Nein viel banaler. Ums Navi.

Aber alles der Reihe nach.

Der MINI hat viele Extras. Buntes Innenlicht. Bluetooth-Schnittstelle. Der Linke Außenspiegel projiziert das Mini-Logo auf den Boden neben das Auto. Das ist sehr cool, wird uns aber gleich auf der Stautour nicht wirklich von Vorteil sein.

Ich versuche vom Beifahrersitz aus den Bordcomputer zu bedienen. Es ist völlig unverständlich, was man mit dem Nöppel in der Automitte machen soll. Musik, Fahrwerk und Gedöns. Für Männerhände viel zu dick. Ich sage zu meiner Frau, dass ich glaube, dass die BMW/MINI-Konstrukteure wohl völlig bekifft gewesen sein müssen, beim Programmieren bzw. dem Designen der Useroberfläche (das nennt man GUI) und dem Bediennöppel. Weil meine Frau noch nie Zeit hatte, sich mit der Bedienung des Bordcomputers zu befassen, probiert sie rum und kriegt das meiste eingestellt, ohne mir sagen zu können, wie sie es jetzt eigentlich gemacht hat. Einen Radiosender zu speichern gelingt uns nicht. DAB. Wenn ich es nicht schaffe, wieviele MINI-Fahrer brausen durch die Welt, ohne jemals den Scheiss wirklich differenziert eingestellt respektive genutzt zu haben?Der Nöppel

So mag ich das. Der Konsument wird gequält und dafür bestraft, dass er soviel Extras gekauft hat. Das ist die Philosophie der Ingenieure und Techniker. Keep Things Complicated (Warum fragt mich mein altes TomTom: Mautstrassen vermeiden? J/N? oder das Entertainment-System: Mute-Taste einschalten?). Mir platzt das Hirn, der Kragen.

Patsch. Schon stehen wir im ersten Stau. Das Navi, in das wir mittlerweile irgendwie das Ziel eingegeben haben, kennt den Stau (natürlich) nicht. Es ist aber irgendwo vermerkt, dass die Radiomeldungen über Staus berücksichtigt werden. Spitze. Das ist ja eine sehr moderne, zukunftsweisende Technik…

Wir stehen/kriechen nun schon ganze 35 Minuten. Wir haben keine Infos darüber, wie lange der Stau dauert oder ob es Alternativen gibt. Im Navi ist wohl irgendeine Billigsoftware verbaut mit lustigen 3D-Darstellungen von Strassen aus der Vergangenheit. Das Auto war sauteuer, aber es war wohl wichtiger dieses Scheisslogo auf die Stasse zu projizieren (Excuse my German).

Ich soll doch das tolle Auto nicht schlecht machen, sagt meine Frau. Der Verkehrsfunk feiert jetzt Staumelder, die anrufen und irgendwas Unüberprüfbares aufs „Band“ (gemeint ist der digitale AB, der mit dem Audioschnittsystem der Radiostation verkoppelt ist) labern. Die Nachrichten dieser digitalen Helden sind zum Teil veraltet oder falsch. Diese Infos werden jetzt über das Radio verzögert in das proprietäre und geschlossene Bordsystem unseres Autos übernommen. Die Tatsache, dass wir schon wieder seit 20 Minuten auf der linken Spur rumkriechen, fliesst wegen eines fehlenden Rückkanals nicht in die Gesamtverkehrslage ein, denn diese Information erfordert ein System, das mitdenkt und sie fällt bestimmt unter Datenschutz und würde dann von der verhassten Konkurrenz mitbenutzt und ausgewertet. Das geht ja garnicht.

Aber ich habe Euch jetzt vielleicht überfordert. Und Google-Fans sagen bestimmt: Das gibt’s ja schon alles. Sebi, das ist Big Data (Gottseidank habe ich das Buch darüber gelesen, vor 2-3 Jahren – nein ich bin kein ITler, harte Kost, sowas interessiert mich).

Beim zweiten Stau – wir sind gemäss MINI-Navi wohl auf die falsche Autobahn geraten – wird mir das ganze zu bunt.

Die Stimmung in unserem Funcar sinkt entgegengesetzt proportional zu den immer weiter nach hinten rutschenden Ankunftzeiten. Da wir eigentlich noch in die Luft wollen mit Andy (Der echte Name des Hobbypiloten ist nur dem Verfasser bekannt) und der Cessna (Punktabzug. Ich weiss).

Ich buche ein Datenpaket bei Aldi-Talk für 4.50, denn ich bin PrePaid-Kunde und Roaming-Abzockerfeind.

Ich gebe das Ziel bei Google Maps ein.

Ich muss zugeben, mein Smartphone, das OnePlus5 (ein Android – 85% der User weltweit haben Android und nicht Apple!) hat sehr viel Power. Der Akku hält 2-3 Tage. Der Prozessor ist völlig überdimensioniert. Ich bin also eine Ausnahme. Aber ein Wutbürger wie ich verdient nur beste Technik. Endlich mal ein Gerät, das funktioniert und für mich primitiv genug in der Bedienung ist. So geht Technik.

Los gehts. Ich sehe unsere Position ohne Firlefanz und auch die Strecke. Ich bekomme sofort die Rückmeldung, dass ich 1,5 Stunden spare, wenn wir jetzt die Autobahn verlassen. Er zeigt mir ab jetzt jede Ansammlung von Autos, z.B. auch den Ministau vor einer Ampel oder in der Kurve. Er/Sie lotst mich souverän durch/ den Feierabendverkehr in einer bösen Gegend. Stuttgart, Frankfurt, Mannheim. Die Gegend besteht praktisch nur aus ausgebauten Bundesstrassen, Autobahnen, Dreiecken, Kreuzen, Auffahrten, Abfahrten. Als ob die Planer versucht hätten auf einer zu kleinen Fläche all ihre Gemeinheiten ausspielen zu müssen.

Die Hildegard von OKGoogle hat eine etwas strenge Stimme und betont Eigennamen manchmal falsch und denkt, dass die Nummern der Landstraßen bei uns wichtig sind (so wie in Trumpland), aber sie ist megagut informiert und beschreibt sehr gut, was als nächstes zu tun ist. ***** Fünf Sterne von #sebiturbo17

Es ist der Wahnsinn. Während das MINI-Navi zum Umdrehen rät, erkläre ich meinen genervten Mitfahrern, dass hier alle Informationen, also auch die, die unser Auto/Smartphone liefert, ausgewertet werden und mit nur Sekundenbruchteilen „Verspätung“ in die Routenplanung einfliessen.

Ja, wenn wir z.B. auf der linken Spur auf der Autobahn fahren und dann runterbremsen, versteht „das System“ dass da etwas vor uns ist. Und wenn das mehrere machen, dann ist das eine Art Stauende. Diese Info fliesst in alle Überlegungen ein und in Abhängigkeit von unserem Ziel wird abgewägt, ob es besser ist hier ein bisschen zu Bummeln oder über eine längere Strecke, die leerer ist, den Stau zu verlassen. Ich weiss. Big Data. Und wenn sich der Stau auflöst und wir wieder beschleunigen, dann weiss das System, dass der Stau zuende ist. Besonders weil gleich mal wieder mehrere Autos an der gleichen Stelle beschleunigen. Das ist auf der einen Seite megatoll. Auf der anderen Seite habe ich den Eindruck, dass alle, die bei der Standortortung von Google ja gesagt haben in dieses Processing eingebunden sind und dadurch viel mehr Rückmeldungen zu Google kommen, als nur die von denen, die das System als Navi nutzen.

Dank Google kamen wir nun doch noch pünktlich/ zum Rundflug. Heidelberger Schloss-Hockenheim-Ring-Mannheim.

Und jetzt kommt das, was ich nicht verstehe. Ich habe bei MINI gefragt, ob das Auto online ist. Man hat mich angeguckt wie ein Auto (passt die Formulierung ?); mit einem fragenden Blick durchbohrt. Ich frage auch nach free WLAN im Auto, bezahlt von BMW, äh MINI. Ich frage nach Datenaustausch fürs Navi. Man kann zu diesem Thema nichts kompetentes antworten. Willkommen in der digitalen Welt. Und jetzt mal ehrlich. Ich brauche doch den ganzen Technologiefriedhof im Auto nicht, wenn es veraltete, nicht lernbare Technik ist. Tja, wenn die Industrie sich nicht Autoindustrie sondern Mobilitätsindustrie nennen würde, hätten die längst die App zum Auto programmiert. Dort könnte man mit Touchscreen das Reiseziel „aufgeben“ (so wie Andy der Pilot) und LIVE eine Route ausrechnen, die am Stau vorbeiführt. Dieser Akkord von Rechenaufgaben würde den Stau verhindern und die Industrie würde valide Informationen über ihre User/Fahrer sammeln. Aber da hat eine Branche, die betrügerisch bei den Abgasen 1000e betrogen hat, offensichtlich „Skrupel“. Diese Skrupel kenne ich. Es sind Inkompetenz-Skrupel. Hervorgerufen durch die völlige Hohlheit derer, die Benzin im Blut haben. Autobauer können eben nur Autos bauen. Punkt. Da muss dann Google kommen und mit einer unvoreingenommenen Rechenplattform der digitalen Weiterentwicklung einer deutschen Traditionsindustrie komplett das Wasser abgraben.

Es ist tatsächlich immer noch so, dass die meisten Autohersteller an irgendwelchem Zeug basteln und in der Vergangenheit gebastelt haben, das sie den Deppen von Autofahrern teuer verkaufen können. Fast jeder kennt die Abzocke, wenn man das Navi bei Mercedes updaten muss (te?). DVDs in der Werkstatt einlesen muss. Abgesehen davon ist das Update am Tag der Veröffentlichung schon wieder mega-unaktuell. Und sowas wie Baustellen ist dem Zufall überlassen.

Fazit: weil die Hersteller komplett falsch gepolt sind und überholten Erlösmodellen hinterherlaufen (wir hatten die gleiche Entwicklung in der Musikindustrie) stehen wir mit dem Harman Kardon Entertainmentsystem in einem 50K€-Auto superblöd im Stau, während es Systeme gibt, die fast ohne Fehler aktuell wissen, wo die beste Route verläuft.

Klar Sebi, aber das weiss man doch. So ist sie eben die Automobil-Industrie. Blah Blah Blah. Arbeitsplätze, FDP. Grüne, CDU, Kohlestrom und überhaupt was regste Dich schon wieder auf. Das ist eben so. Wenn wir dann die selbstfahrenden Autos haben, dann geht das alles. Am besten ohne den Zweitdümmsten in der Verwertungskette: den Fahrer. Haben wir den dann endlich mal abgeschafft, dann läufts. Und dann fliesst das alles mit Big Data und Co. So ab 2030 ca.

Ja und dann holt mich der Smart per App zuhause ab. Aber bis dahin verpesten wir weiter die Luft und fahren einfach so in die Welt hinein. Schuld ist der Bund, weil er die Spuren 5 und 6 auf der BAB nicht rechtzeitig gebaut hat. Klaro.

Ich will es aber jetzt. Ich will dass sich jetzt was ändert. Ich möchte, dass wir von MINI einen Brief… nein Scheisse, ein WhatsApp bekommen, dass es ein kostenloses Upgrade für dieses Schrottnavi gibt, auf Basis eines Online-Plugin von Google, mit dem wir dem Stau entgehen. Denn online ist der MINI ja schon irgendwie, denn er kann einen Notfruf absetzen, wenn der VERBRENNUNGSMOTOR streikt oder der Reifen platt ist. Aber MINI hat kein WhatsApp. Daran scheitert schon mal alles. Hat beim Kauf auch keiner danach gefragt (Obwohl die Radiostation Radio7 seit neuestem auch Staumeldungen per WhatsUp akzeptiert.).

Das Hauptargument wieder mal wieder nix zu unternehmen lautet: „Dann wissen die ja plötzlich wo ich bin! Das wollen unsere Kunden nicht!“ Scheissegal, weil du hast Dein Smartphone ja immer dabei und bist längst geortet.
Weil man garnicht mehr ungetrübt durch die Landschaft düsen kann, weil es einfach zuviel Verkehr gibt baut die Industrie immer fettere und schnellere Autos. Und es scheint sich lange genug niemand darüber Gedanke gemacht zu haben, dass ein Auto mit eingebauter Vorfahrt sich besser verkauft. Insofern ist es mir schleierhaft, dass unser MINI nicht mit dem besten System ausgerüstet ist, das den Stau umfährt und anderen MINIS zufunkt, wo es gerade eng wird. Die Skrupel sind Ausreden. Euch Autobauer hat es viel zu lange nicht interessiert, was auf den Strassen abgeht und wie ihr VOR dem mega GAU etwas vorschlagen könnt, was umweltfreundlicher und besser ist als die Norm. Stattdessen wird volle Power in eine Betrugssoftware investiert. Kein Wunder, wenn Euch Tesla und Google auf der Standspur rechts im Stau überholen…

Ja. Soweit meine Erfahrungen. Meine Wut. Meine Vorschläge. Aber ich bin sicher, dass ich als nächstes eine Hochglanzbroschüre von MINI bekomme. Dort werden die neuesten Errungenschaften ausgelobt:

Durch eine Kooperation mit iTunes gibt es jetzt Auto-Karaoke. Endlich. Im Stau werden die Mitsingtexte über ein Update aufs HeadUp-Display projiziert. So kann man den Stau richtig geniessen.

Ich schliesse mit der Aussage, dass wir mindestens 50% der Staus der Dummheit der Autobauer verdanken und zeige Euch das Google Video über deren Flotte für autonomes Fahren. Stimmt, Conti und Fiat-Chrysler waren dabei. Aber nicht als Technologie-Führer sondern Zulieferer der Traditionsmodule.

Reparieren. Der Spass, die Maschinen zu verstehen.

Prolog

Eskalationsstufe 1: Das Ding tut nix oder macht schreckliche Geräusche oder wird heiss, raucht, stinkt.
Es ist immer das gleiche. Aber die Ursachen sind grundverschieden.
Klare Sache: Der Staubsauger steigt aus, kurz bevor die Gäste kommen.
Der Reiskocher gibt auf, wenn er auf dem Buffett im Wohnzimmer steht und wir 12 Gäste da haben.
Der Lichtschalter im Auto bricht ab, wenn wir auf dem Rücksitz nach dem iPod suchen.
Das Mousekabel hat einen Wackelkontakt, wenn mein Sohn zur LAN-Party aufbricht. Achtung! Keine übliche Mouse. Gamermouse!
Warum fliesst Wasser unten aus dem Kühlschrank?
Warum macht die Panasonic-Kompaktkamera dunkle Flecken aufs Bild?Und warum steigt das Verlängerungskabel des Rasenmähers um Dreiviertel Zwölf aus? (Um 12 wäre ich fertig geworden. Pünktlich zur Mittagspause.)

Die Liste der kleinen und grossen Defekte ist endlos. Zumindest bei uns zuhause. Und es ist verdächtig, dass ich genau in dem Moment auftauche, wenn gerade etwas im Haushalt kaputt geht. Wissen die Maschinen, dass ich sie reparieren kann? Denn ich fühle mich angesprochen. Ja, ich kann helfen. Ja, es macht mir Spass. Und ich möchte die Dinge erhalten, nix wegwerfen.

Eskalationsstufe 2: Der unverzichtbare Helfer muss sofort ersetzt werden. NEIN. Nerven bewahren.

Lerne die Reparatur und die Reklamation zu lieben.

Hier muss jeder erstmal lernen Geduld und Zeit und Liebe für die Details der Katastrophe mit zu bringen: Leihe Dir ein Ersatzgerät vom Nachbarn. Schmeisse das defekte Teil nicht einfach weg. Beschäftige Dich mit der kranken Maschine.

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Der Staubsauger

Ich finde heraus, dass es einen Motorfilter im Staubsauger gibt. Wenn der nicht richtig sitzt und ich den Koffer nach dem Atlantik-Urlaub aussauge, wird der Sand in den Motor geblasen und zerstört den Kollektor, die Lager… Und die Flammen, die dann aus dem Motor kommen sind ganz normal. Fehlbedienung sagt der Kundendienst. Ich müsse nur mit einer Papierschere aus dem, den Staubsaugerbeuteln beiliegenden Filtervlies, einen neuen Motorfilter zuschneiden. Klar. Das ist es, was ich und meine Putzfrau täglich so gerne machen: Filter ausschneiden. Das Gitter irgendwie losmachen. Den neuen Filter richtig rum reinlegen und das Gitter wieder einschnappen lassen. Wenn das Vlies nur um einen Millimeter verrutscht, war alles umsonst. Schädliche Partikel, z.B. Sand, geraten in den Motor und zerstören ihn.

Die Garantie ist natürlich grad abgelaufen. Früher waren die Geräte nicht so anfällig und robuster konstruiert. Wir hatten einen 30 Jahre alten Protos

Genau den hatte meine Grossmutter.

von Siemens. Meine Grossmutter hat ihn nicht hergegeben, selbst als sich das Museum für das Retroteil interessierte. Ehrlich.

Durchatmen.

Weil ich mich für das Innenleben und das Weiterleben von Geräten interessiere, schraub ich den Sauger auf. Mit ein paar Handgriffen ist das Ding zerlegt. Der Motor riecht nach Hexenverbrennung (#womenexcuseme).Ich lerne auf der Hotline, dass ein Ersatzmotor 160 € kostet. Ich google. Den Motor gibt es bei AliExpress direkt aus China für 5.5 $.

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Ich muss aber 1000 Stück abnehmen und der Hersteller, der wohl auch Miele beliefert, beruhigt mich, dass er bis zu 4 Mio. Stück pro Jahr liefern könnte. Ich verzichte darauf ein Sample zu bestellen (eigentlich eine geile Idee), denn das kann bis zu 6 Wochen dauern. Genervt baue ich den Staubsauger wieder zusammen und schicke ihn auf Wunsch der Miele-Hotline nach München. Es folgt ein weiteres Telefonat. Ich bin enttäuscht von der Qualität von Miele-Staubsaugern. Ich werde belehrt (Motorfilter regelmässig reinigen und checken!). Ich reagiere säuerlich. Weil ich mich auch noch über die Ersatzteilpreise aufrege, bietet man mir schliesslich 40% auf ein Neugerät. Ich schlage ein. Deal. Zurück bleibt mein alter, geliebter Miele-Sauger: ein fetter Haufen Plastik, der mit einem Motor für 5.5 Dollar plus Versand wieder fit wäre.
Zurück bleibt auch ein schales Gefühl. Und gleichzeitig auf der anderen Seite der digitalen Theke, ein Hurra! Der Handel hat wieder einmal über Nachhaltigkeit und Werterhaltung gesiegt. Und ein Altgerät ist aus dem Verkehr gezogen. Endlich Platz für neue Produkte. Endlich Futter für die Recyclingindustrie. Endlich Futter für die Verbrennungsanlage.

„Siehst Du Sebi. Eine Reparatur lohnt sich nicht.“
Gestatten, dass ich abkotze?
Klar. Die Ersatzteile sind so teuer, dass das den Neupreis übertrumpft.

Trotzdem, ich muss zugeben: Der neue Staubsauger ist mega-lässig. Echt hohe Saugkraft. Und ich lecke wöchentlich persönlich den Motorfilter sauber.

Aber ich lasse mich durch solche Rückschläge nicht unterkriegen.

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Der Reiskocher

Ach ja.
Deshalb die Episode mit dem Reiskocher.
Ich halte einen Fachvortrag (für meine Töchter), wie ein Reiskocher funktioniert, aber trotzdem rät man mir ihn weg zu schmeissen. Er hat tatsächlich gerade noch eine komplette Ladung Jasminreis perfekt gekocht. Wir haben Gäste. Die zweite Ladung Reis. Nix. Ungare Körner dümpeln im kalten Salzwasser. Gehts noch?

Das Ding ist tot. Was? DER REISKOCHER. Weiterer Reis wird jetzt im Kochtopf gegart. Schmeckt schon anders.

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Als die Gäste abgereist sind, öffne ich das Gerät. Unter dem Etikett ist eine Schraube versteckt, damit nicht jeder das Ding einfach aufschraubt. Logisch. Und dann muss man mit einem dünnen Plastikspatel die Kunststoffnasen zusammendrücken. So lässt sich der Boden des Kochers schnell abnehmen. Mit dem Phasenprüfer finde ich heraus, dass die Thermosicherung durchgebrannt ist. 20 Sicherungen kosten bei ebay 2.95 €. Mit etwas Alufolie überbrücke ich das thermosicherungen-sebiturbo-c-17Teil (#donttrythisathome) und der Reiskocher arbeitet wieder einwandfrei. Ich habe also mit einer halben Stunde Arbeit und einem 15Cent-Teil das Leben des Kochers nachhaltig verlängert. Und es fühlt sich sehr gut an. Weil ich nicht will, dass unser Haus abbrennt, wegen einer  geflickten Sicherung, bestelle ich das Päckchen Thermosicherungen und baue sie, mit zwei Lüsterklemmen, bei denen ich die Plastikummantelung entfernt habe, wieder ein. Ich darf sie nicht anlöten, denn bei 192 Grad löst sie aus und dann ist wieder eine neue fällig.

Diesmal bin ich der Held. (#sebiturboheld) Und nicht die Industrie. Ich gehe davon aus, dass jährlich Millionen von Reiskochern auf dem Schrott landen, obwohl nur dieses kleine Teil durchgebrannt ist. Klar. So kann man mit einen Planeten nicht umgehen. Aber wir haben ja 2-3 Ersatz-Erden in den Entwicklungsländern, sagt Harald Lesch.

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Der VW-Touran Lichtschalter

In meinem VW-Touran (Markenzeichen „geliebte Dreckschleuder“) ist der kleine Plastikknopf ab, mit dem man hinten, oben das Licht einschaltet abgebrochen. Ich habe ihn leider nicht aufgehoben und fotografiert, weil er plötzlich einfach weg war. VORHER

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Ich erspare Euch die ausführliche Geschichte, aber.
Wenn man sich das Teil ganz genau anschaut.
Wenn man weiss, dass es diesen Dreh-Knopf bei VW nicht als Ersatzteil gibt, weil man eine neue Leuchte für 116 CHF kaufen soll (AMAG-CH).
Wenn man sich das Teil ganz genau anschaut…

Dann fällt die Ähnlichkeit zu einem Leitkiel bei der Carrera-Autorennbahn auf. Ja das kleine schwarze Teil, das die Spielzeugautos auf der Ritze (Slot) hält. Deshalb heissen die Autos auch Slot Cars (unter Profis).

Es hat mich 5 Tage schweres Überlegen gekostet, das herauszufinden. Ich habe aus Jakobs Modellauto (einem Slotcar eben) diesen Leitkiel ausgebaut und mit der Eisensäge den Schlitz um 2 mm tiefer geknabbert und rechts  oben den „Griff“ um etwa 4mm abgefeilt.

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Dann habe ich einfach mit einem leisen Klick das Ding einrasten lassen. Wo? In dem Loch in der Mitte von der VW-Touran-Leuchte. Is doch logisch. Seitdem funktioniert meine hintere Innenbeleuchtung wieder grandios. Der Leitkiel? Abstruse Sache. Aber er passt eben 100%ig als Drehknopf. Ihr könnt es euch noch heute im Touran angucken. Wait, noch ein Foto. Hier: NACHHER

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Zugegeben eine sehr coole Lösung. Billig, nachhaltig, phantasievoll. Jetzt soll mal jemand sagen, dass Reparieren keinen Spass macht: Investierte Zeit fürs Nachdenken, 5 Stunden. Fürs Anpassen und Einbauen, 5 Minuten.

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Die Gamermouse

Den Wackler an der Computer-Gamer-Mouse haben wir gelötet. Fummelei, aber geht wieder. Man muss sich nur trauen und das kaputte Stück vom Kabel abschneiden. Weil man die Ministecker nur mit einer Spezialzange dranmachen kann, haben wir die alten Enden verwendet und das heile Restkabel dran gelötet.  Dann mit Schrumpfschlach und Isolieband versorgt. Vorne ist der 4-polige Stecker (weiss) gut zu sehen. 

Der Kühlschrank leckt

Das Wasser, das aus dem Innern des Kühlschrank vorne raus fliesst, nachdem ein Teil in die Gemüseschublade gelaufen ist (Sauerei-wir waren im Urlaub), kommt vom verstopften Ablaufloch, durch das das Wasser, das an der Rückwand (innen) herunter rinnt, nach hinten normalerweise abgeleitet wird (was für ein Schachtelsatz-kann man das verstehen?) Dass das ganze dann auf einer Metallpfanne landet die durch die Wärme des Kompressormotors erhitzt wird, um das Wasser zu verdunsten, das erspare ich euch. Aber auch hier gibt’s ne schnelle Lösung:

Man nehme drei McDonalds-Stohhalme und stecke sie ineinander. Oder so einen Ballermann-Sangriaeimer-Langhalm. Das, was ihr einfacher beschaffen könnt, nehmt ihr. Den Rüssel steckt ihr ins Loch und pustet das Loch frei. Geht auch notfalls mit einem hölzernen Esstäbchen vom Chinaimbiss. Aber kein Metall, keine Messer etc.! Manche Kühlschränke haben dort so einen eingebauten versifften Wackelstab, mit dem man das Loch freirubbeln soll. Mit ein bisschen Schimmelkiller (Gibt es auch ohne Chlor BIO) nachputzen und schon ist das Rinnsal gestoppt und die Plörre tröpfelt wieder auf die Pfanne hinten, unten (eigentlich wiederlich, aber der Kühlschrank muss mit diesem primitiven Trick eben NIE abgetaut werden.).

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Warum geht denn dauernd was kaputt? Weil ich gerne billige Massenprodukte kaufe. Schnäppchenjäger werden schon mal gerne bestraft. Bestes Beispiel:

Das Rasenmäherkabel

So ein Rasenmäherkabel (oder auch auch ein anderes Verlängerungskabel) hat einen angeschweissten (eigentlich angebackenen) Stecker (männlich) und eine angeschweisste Kupplung (weiblich). Meist brechen vom Aus-und Einstecken und Rummfummeln irgenwann die Kuper-Kabeladern  innen, gleich nahe an der Kupplung. Weil die Teile gebacken sind, kann man sie nicht aufschrauben und reparieren. Beides (Männlein und Weiblein) kannst Du auch einzeln im Baumarkt kaufen oder auf ebay bestellen. Einfach die defekte Stelle suchen und das Kabel davor abschneiden. Achtung vorher ausstecken. Und dann die neue Kupplung dranschrauben. Dabei beachten, dass es Kabel-Farben und Funktionen in der Welt der Elektrik gibt. Das kann man alles nachlesen. Oder man macht das zum ersten Mal mit einem Freund, der Elektriker ist. Wenn du Dir nicht sicher bist. Finger weg.

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Die Kellertür

Jeder Defekt ist eine neue Herausforderung und man muss unvorbelastet und mit logischem Denken und detektivischem Scharfsinn dran gehen. Oft wird einem auch der falsche Tipp gegeben. Und dann ist es vielleicht nur eine Kleinigkeit, wie bei meiner Nachbarin. Ihre Kellertür zum hinteren Aussenaufgang schloss nicht mehr so richtig. Man riet ihr eine neue Tür beim Schreiner zu bestellen.

Ich habe zwei Fitschenringe in die Bänder untergelegt, so dass die Türe 2mm höher kam. Jetzt schliesst sie wieder zu 100 % und meine Nachbarin hat 1600 CHF gespart. Ist doch was, oder?

Was sind Fitschenringe? Was sind Bänder? Finde es raus, verdammt nochmal.

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Epilog: Den Kamerachip putzen

Und das mit der Panasonic-Kompaktkamera bin ich Euch noch schuldig geblieben. Fragt einfach meine Tochter Lilith, denn sie hat im Alter von 10 Jahren mit dem Uhrmacher-Schraubenzieher die komplette Optik aus der Kamera ausgebaut und mit einem Luftpinsel (pffft, pffft) den Aufnahme-Chip in der Kamera vom Staub befreit. Denn Staub auf dem Chip gibt scheussliche unscharfe Flecken auf euren Bildern.

Das Ganze dauerte 20 Minuten, obwohl uns der Mann (ohne nachzudenken und zu atmen) beim MediaMarkt gesagt hatte „WegschmeißenReparaturlohntnicht“. Die schwarzen Flecken auf den Bildern sind verschwunden und der stolze Vater ist happy.

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Trau dich ans nächste Projekt und repariere den Kram! Bitte.

 

Ich möchte euch hier am Schluss meine absolutes Lieblingsbuch zum Thema empfehlen.
Wolfgang M. Heckl ist der Chef vom Deutschen Museum in München.
In diesem Museeum habe ich meine Kindheit und meine Jugend verbracht.

Froinde. Wenn ihr über die Digitalisierung der Welt nachdenkt, dann lohnt es sich zum Cray (in der EDV-Abteilung des dt. Museums) zu pilgern und profilaktisch einen Kranz nieder zu legen. Ehrfurcht wem Erfurcht gebührt.

Man kann sich auf die sechseckige Sitzbank des Cray aus braunem Skyleder setzen und losschmökern. Unten. Die Verdratung des Cray. Für Freunde der kalten Lötstelle…

So sieht es im Cray aus. Tausende von Platinen sind hier verdrahtet Mit dem Lötkolben. Der Cray kostete in den Siebzigern 8.5 Mio. Dollar.

Warum ich Herrn Zetsche mit der Elektrorikscha abholen möchte

Heute bekam ich Post.

Ein Email von einem Betrieb, der Autos umrüstet:

ecap Mobility. So sieht die Seite aus.

Ich habe einen 8 Jahre alten Touran, einen Diesel. Er hat uns noch nie im Stich gelassen. Er hat 200 000 km runter, braucht kein Öl und Rudi hat ihm sogar einen neuen Zahnriemen verpasst. Family Car, geliebte Dreckschleuder, Arbeitstier.

Weil ich weiß, wieviel Energie und Rohstoffe in der Kiste stecken – ich spreche von dem Aufwand, den es bedeutet so einen Crossover erstmal zu bauen – denke ich, es wäre eine Super-Geschichte, das Auto weiter leben zu lassen und nur den Motor raus zu schmeißen. Ein Elektromotor stattdessen rein und Batterien satt. Reichweite 300 km. Das ist meine nachhaltige (?)  Überlegung.

Ich falle aus allen Wolken. Die Umrüstung auf 50 KWh mit einem 44KW Elektromotor soll 49 000 Euro kosten. Der Anteil für Batterien allein beträgt 28 000 Euro.

Man verfällt sofort in die uns Westeuropäern indoktrinierte Denkweise: „Ja dafür bekomm ich ja ein neues Elektroauto.“ Auf der IAA vollmundig angekündigt von Zetsche, Müller and Friends. Und den Touran kann ich ja dann in Zahlung geben. Man wird mir dafür 1500 Euronen geben (wenn überhaupt) und ihn dann irgendwohin verkaufen. Weit weg. Am besten nach Afrika. Dort wird er dann so lange gefahren bis alles kaputt ist (erst der Touran, dann die Erde). Oder er wird verschrottet, er soll Platz machen für die neuen Stromer. 400 000 Liter Wasser und wertvolle Rohstoffe hat die Produktion damals im Jahr 2008 schon verschlungen. (sagt Herr Lesch).

Alles völliger Wahnsinn, völliger Schwachsinn.

Ich fahre fünfmal Langstrecke pro Jahr. Den Rest geht es hier auf dem Land, am Bodensee, nur regional um kleine Strecken. Es ist alles sehr eng getaktet mit der Family und den Projekten. Lassen wir mal den ÖV außer acht. Ich bräuchte also eigentlich nur was kleines, umweltfreundliches für den täglichen Gebrauch und dann etwas für die Langstrecke – Sharing oder mieten – von mir aus auch einen Hybrid.

Für den Sommer kommt mir eine Elektrorikscha in den Sinn. Bis zu fünf Personen finden darin Platz. Es ist cool und macht Spass. Shopping und Dropping ohne Parkplatz-Probleme, im von Schweizern überlaufenen Konschdanz.

Auch Zetsche würde das vielleicht Spass machen. Er könnte diese Primitivstromer weiter entwickeln. Allerdings sind sie als Potenzverstärker völlig ungeeignet. Mit Pedalunterstützung 600 bis 3000$ über AliExpress zu bestellen. Reichweite 30 km. Völlig ausreichend. Heimstrampeln geht immer, wenn die Batterie leer ist. Hier unten gibts die billigen Teile. Keine Ahnung, ob man die hier zugelassen bekommt. Bei manchen Modellen muss man gleich 10 oder 40 abnehmen. Egal. Hauptsache geile Idee.

Für den Winter meinen alten SMART (steh auch noch rum) mit Elektromotor, billig umrüsten… oder den e.GO Life von Professor Schuh.

Ich komm ins Grübeln. Was wäre, wenn VW-Müller meinen Touran zurück nimmt und ihn umrüstet, ein ganzes Team darauf abstellt ein Umrüstwerk zu errichten und dann eine lukrative Alternative zum Neuwagen zu bieten würde? Ich zahle monatlich eine feste Summe und die Kiste ist immer fit. Batterien werden regelmässig ersetzt und es geht darum, dass das Gerät so lange wie möglich weiter lebt. Wenn ich Schnickschnack wie Rückfahrkamera oder digitales Zeug brauche, wird es eben günstig eingebaut. Gibt’s ja alles für lau.

Träum weiter, sebiturbo. Nein. So denken die doch nicht.

Ich glaube, bei so einer industriell aufgelegten Umrüstung würden viele Kunden mitmachen, wenn es ein vernünftiges Pricing gäbe, Gesponsert, subventioniert, schön gerechnet, steuerbegünstigt, alles ausnutzen und bei der Marke bleiben, denn Tesla, Google und die Japaner habens drauf. Man könnte im Nutzfahrzeugbereich so ganze Flotten erhalten, umrüsten und mit geringem Kapital-Einsatz etwas bewegen. Nicht zuletzt das kaputte Dieselimage tüchtig aufpolieren.

Noch geiler, die ganzen Werkstätten, die bald keiner mehr braucht, weil Elektromotoren so simpel sind, könnten mit Kits schnell und preiswert umrüsten.

Wann beginnen die Wahnsinnigen endlich umzudenken? Ich denke, eine Zwischenlösung muss her. Umrüsten, statt wegschmeissen. Ich weiss. Es ist billiger alles komplett neu zu machen und die Kisten leichter zu machen und ohne das ganze Theater, das die Industrie rundvums Auto veranstaltet…

Aber wenn wir nicht den aktuellen Bestand umbauen und weiternutzen wird das ein ökonomisches Desaster.

Oder soll ich mir eine Brennstoffzelle basteln?

 

„Motor aus!“ oder „Lass die Kiste stehen!“

Das, was zu Stosszeiten im Parkhaus des Konstanzer Shoppingcenter abgeht, stinkt zum Himmel.

MOTOR-AUSIn bin so bescheuert und fahre an einem regnerischen Dienstag ins Shoppingcenter Lago in Konstanz. Es sind Ferien und offensichtlich hatten nicht nur wir die Idee zu shoppen. Ich habe vier Kinder im Auto von 9-13.

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Es geht voll los. Vor dem Lago: Stau.
Im Lago-Parkhaus: Stau. Das Chaos ist perfekt…

  • Ungefähr die Hälfte der Autofahrer stellt hier im Parkhaus den Motor ab, weil nix mehr weiter geht. Richtig so.lago-parkhaus-sebiturbo04
  • Der Rest verpestet die Atemluft und wartet, dass es ein paar Zentimeter weiter geht.
  • Ungefähr die Hälfte der Autofahrer weiß nicht, dass man hier bei Überfüllung auf der linken Seite lago-parkhaus-sebiturboreinfährt und auf der rechten Seite der gleichen Spur rausfährt.
  • Die Schilder sind völlig unverständlich
  • Die Bodenmarkierungen sind ebenfalls völlig unverständlich und einfach falsch. Dort wo Fussgängerwege hingepinselt sind, soll man sich mit dem Auto bei Überfüllung hinquetschen, denn die gleiche Spur dient für Ausfahrer wie Einfahrer. Aberlago-parkhaus-sebiturbo002 wer würde schon im Stau auf einen Fussgängerstreifen fahren?
  • Vom Lago kümmert sich keiner um die hoffnungslos verkeilten Autos. Ein Mitarbeiter, der das regeln soll, würde auch ersticken.
  • Es wird gehupt Und die Motoren laufen. Motor aus.
  • Wir kriegen kaum noch Luft
  • Weil manche nicht so gut Autofahren können und das Anfahren auf der Schräge nochmal üben sollten, stinkt es nach rasierter, angebrannter Kupplung.
  • Wir müssen uns fast übergeben
  • Der Höhepunkt ist eine Lautsprecherdurchsage, dass es „wegen erhöhtem Verkehrsaufkommens zu Verzögerungen bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus kommt“. Das klingt zynisch. Wissen die nicht, dass hier fast keiner kapiert, wo er entlang fahren muss, wenn das Parkhaus fast voll ist?

Ich bin ja selbst schuld.

So ein Vollidiot, der sebiturbo. Fährt bei Regen in den CH- und DE-Ferien mit dem VW-Turbodiesel-Touran in die Hölle des Lago. Das Shopping-Center mit dem Parkhaus für Lebensmüde in Konstanz.

Nichts geht mehr. Ich schalte den Motor ab, steige aus, weil sich vor mir alles verklemmt hat. Ich regle den Verkehr und erkläre den Autofahrern, was sie machen müssen. Die meisten sind dankbar. Einige wissen es aber besser. Sie lassen den Motor laufen. Hupen. Sie halten mehrere Wagenlängen Abstand. Sie wissen nicht, dass damit der Stau, der über mehrere Etagen geht, noch länger wird. Sie warten vor der schrägen Auffahrt, bis sie frei ist. Anfahren am Hang ist wohl nicht gut für das angebetete, polierte Potenzverstärkerle.

Ich will mich garnicht beschweren, denn das nützt ja eh nichts.
Das Lago-Management ignoriert das Problem und ist nicht in der Lage mit ein paar Eimern Farbe die Markierung anzupassen. Oder ein paar Schilder malen.
Es gibt auch keine Mitarbeiter mit Warnweste und Funkgerät, die den völlig überforderten Autofahrern helfen. Mitarbeiter kosten Geld. Sind die Umsätze des Lago so gering, dass man hier niemand einstellen kann?
Meine Wut gilt den Planern des Parkhauses, die den Fall einer völligen Überfüllung wohl nicht bedacht haben und völlig naive Markierungen auf den Boden gepinselt haben. Sie müssen den Dreck ja auch nicht einatmen.

Fazit: Wir gehen da nicht mehr hin. Aber die Verpestung und diese völlig überflüssige Verschwendung von Ressourcen geht weiter, weil der Einzelhandel kurzfristig bei den vielen, hauptsächlich Schweizer Kunden, eincashen muss, solange der Euro so günstig steht. Egal ob damit die Umwelt belastet wird oder nicht.

Infos und Tags
#Lago #Stau #Motoraus #sebiturbo #Parkeninkonstanz #Kohlenmonoxyd #CO2 #Umweltverschmutzung #Abgase

Epilog1
Ich weiss, ich weiss: Mein Dieseltouran ist ja die volle Dreckschleuder. Aber die Herstellung dieses Fahrzeugs hat 400 000 Liter Wasser verschlungen. Wenn ich ihn abstosse, verschrotte, nach Afrika verkaufe… Alles keine Lösung. Elektro muss her. Ansprüche runter. Demut.

Epilog2
Bitte Motor abstellen. Im Stau. Am Bahnübergang. Im Parkhaus. Wenn ihr anhaltet und Leute aus- und einsteigen. Wenn ihr die Ampel kennt und es länger dauert. Viele neue Wagen haben ja die Abschaltautomatik.

Epilog4
Vielleicht liest das jemand vom Lagomanagement. Ihr könntet 80% des Chaos abstellen. Mit etwas mehr Demut. Wir werden die Luft im Parkhaus am Shopping-Samstag messen und gegebenenfalls Anzeige erstatten, wenn die Werte gesundheitsschädlich sind.

Epilog5
Ich produziere jetzt Aufkleber: „Motor aus!“ Ich glaube wir könnten viele 1000 Liter fossiler Brennstoffe sparen. Wenn ihr die auf Autos von gedankenlosen Fahrern klebt.

Epilog6
Mitmachen. Weitersagen. Rebloggen erwünscht.

Epilog7
Sowas wie eine Umweltpolizei (toller Name) muss her, die die Verantwortlichen mit deftigen Strafen zwingt, hier und überall, wo so respektlos mit der Umwelt umgegangen wird, etwas zur Abhilfe zu unternehmen.
Interessant, wie wenig im deutschen Bussgeldkatalog steht. Die Schweiz ist da weiter. Sie haben ein strenges Umweltgesetz.
Aber auch einige Schweizer lassen im Lago den Motor laufen.

 

Warum ich versuche mit einer Salatschüssel die Welt zu retten.

Du kennst das. Seit langer Zeit gehst Du mit Gegenständen des täglichen Lebens um, entsorgst sie, ohne zu wissen, dass man mit Upcycling jemand ein Freude machen, Geld sparen und die Umwelt schonen kann.

Es ist Samstag ca. 10 Uhr. Ich mache mich auf den Weg. Im Ort mit 4000 Seelen gibt es einen Recyclinghof. Ich bringe dort Pappe und Glas und Blech etc. hin. Dort steht eine alte Waschmaschine. Es ist traurig, dass sie hier steht, im Recyclinghof. Vielleicht war nur die Laugenpumpe verstopft. Ich öffne die Luke. Das Schauglas sieht intakt aus. Mit einem kraftvollen Schwung reiße ich die Luke nach unten. Die Aludruckgussscharniere brechen an der schwächsten Stelle. Der nette Mann im orangenen Overall erlaubt mir die Luke mit nachhause zu nehmen. Zuhause schraube ich das Plastikgedöns und die Scharnierreste ab und wasche das Glas.

Eine neue Salatschüssel ist geboren. Bon Appétit, Baby.

Geil, sagen meine Freunde, wenn wir den Salat im alten Bullauge der Waschmaschine servieren. An Weihnachten werde ich mindestens drei Schüsseln verschenken. Mit veganen Plätzchen drin.

Tags und Infos

#Upcycling #Reuse #Rohstoffretten #umsonst #Weihnachtsgeschenk #Waschmaschinenschauglas #Salatschüssel #sebiturbo

Keine Arbeit und keine Kenntnisse erforderlich. Schraubenzieher gibt es in jedem Auto. Im Werkzeug.

Epilog 1

Die Schrauben sind meist aus nicht rostendem Stahl. Ich hebe sie auf. Bin Schraubensammler, weil ich Reparierer bin.

Epilog 2

Ein Ersatzschauglas für eine Miele-Waschmaschine kostet 63.12 €.