„Motor aus!“ oder „Lass die Kiste stehen!“

Das, was zu Stosszeiten im Parkhaus des Konstanzer Shoppingcenter abgeht, stinkt zum Himmel.

MOTOR-AUSIn bin so bescheuert und fahre an einem regnerischen Dienstag ins Shoppingcenter Lago in Konstanz. Es sind Ferien und offensichtlich hatten nicht nur wir die Idee zu shoppen. Ich habe vier Kinder im Auto von 9-13.

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Es geht voll los. Vor dem Lago: Stau.
Im Lago-Parkhaus: Stau. Das Chaos ist perfekt…

  • Ungefähr die Hälfte der Autofahrer stellt hier im Parkhaus den Motor ab, weil nix mehr weiter geht. Richtig so.lago-parkhaus-sebiturbo04
  • Der Rest verpestet die Atemluft und wartet, dass es ein paar Zentimeter weiter geht.
  • Ungefähr die Hälfte der Autofahrer weiß nicht, dass man hier bei Überfüllung auf der linken Seite lago-parkhaus-sebiturboreinfährt und auf der rechten Seite der gleichen Spur rausfährt.
  • Die Schilder sind völlig unverständlich
  • Die Bodenmarkierungen sind ebenfalls völlig unverständlich und einfach falsch. Dort wo Fussgängerwege hingepinselt sind, soll man sich mit dem Auto bei Überfüllung hinquetschen, denn die gleiche Spur dient für Ausfahrer wie Einfahrer. Aberlago-parkhaus-sebiturbo002 wer würde schon im Stau auf einen Fussgängerstreifen fahren?
  • Vom Lago kümmert sich keiner um die hoffnungslos verkeilten Autos. Ein Mitarbeiter, der das regeln soll, würde auch ersticken.
  • Es wird gehupt Und die Motoren laufen. Motor aus.
  • Wir kriegen kaum noch Luft
  • Weil manche nicht so gut Autofahren können und das Anfahren auf der Schräge nochmal üben sollten, stinkt es nach rasierter, angebrannter Kupplung.
  • Wir müssen uns fast übergeben
  • Der Höhepunkt ist eine Lautsprecherdurchsage, dass es „wegen erhöhtem Verkehrsaufkommens zu Verzögerungen bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus kommt“. Das klingt zynisch. Wissen die nicht, dass hier fast keiner kapiert, wo er entlang fahren muss, wenn das Parkhaus fast voll ist?

Ich bin ja selbst schuld.

So ein Vollidiot, der sebiturbo. Fährt bei Regen in den CH- und DE-Ferien mit dem VW-Turbodiesel-Touran in die Hölle des Lago. Das Shopping-Center mit dem Parkhaus für Lebensmüde in Konstanz.

Nichts geht mehr. Ich schalte den Motor ab, steige aus, weil sich vor mir alles verklemmt hat. Ich regle den Verkehr und erkläre den Autofahrern, was sie machen müssen. Die meisten sind dankbar. Einige wissen es aber besser. Sie lassen den Motor laufen. Hupen. Sie halten mehrere Wagenlängen Abstand. Sie wissen nicht, dass damit der Stau, der über mehrere Etagen geht, noch länger wird. Sie warten vor der schrägen Auffahrt, bis sie frei ist. Anfahren am Hang ist wohl nicht gut für das angebetete, polierte Potenzverstärkerle.

Ich will mich garnicht beschweren, denn das nützt ja eh nichts.
Das Lago-Management ignoriert das Problem und ist nicht in der Lage mit ein paar Eimern Farbe die Markierung anzupassen. Oder ein paar Schilder malen.
Es gibt auch keine Mitarbeiter mit Warnweste und Funkgerät, die den völlig überforderten Autofahrern helfen. Mitarbeiter kosten Geld. Sind die Umsätze des Lago so gering, dass man hier niemand einstellen kann?
Meine Wut gilt den Planern des Parkhauses, die den Fall einer völligen Überfüllung wohl nicht bedacht haben und völlig naive Markierungen auf den Boden gepinselt haben. Sie müssen den Dreck ja auch nicht einatmen.

Fazit: Wir gehen da nicht mehr hin. Aber die Verpestung und diese völlig überflüssige Verschwendung von Ressourcen geht weiter, weil der Einzelhandel kurzfristig bei den vielen, hauptsächlich Schweizer Kunden, eincashen muss, solange der Euro so günstig steht. Egal ob damit die Umwelt belastet wird oder nicht.

Infos und Tags
#Lago #Stau #Motoraus #sebiturbo #Parkeninkonstanz #Kohlenmonoxyd #CO2 #Umweltverschmutzung #Abgase

Epilog1
Ich weiss, ich weiss: Mein Dieseltouran ist ja die volle Dreckschleuder. Aber die Herstellung dieses Fahrzeugs hat 400 000 Liter Wasser verschlungen. Wenn ich ihn abstosse, verschrotte, nach Afrika verkaufe… Alles keine Lösung. Elektro muss her. Ansprüche runter. Demut.

Epilog2
Bitte Motor abstellen. Im Stau. Am Bahnübergang. Im Parkhaus. Wenn ihr anhaltet und Leute aus- und einsteigen. Wenn ihr die Ampel kennt und es länger dauert. Viele neue Wagen haben ja die Abschaltautomatik.

Epilog4
Vielleicht liest das jemand vom Lagomanagement. Ihr könntet 80% des Chaos abstellen. Mit etwas mehr Demut. Wir werden die Luft im Parkhaus am Shopping-Samstag messen und gegebenenfalls Anzeige erstatten, wenn die Werte gesundheitsschädlich sind.

Epilog5
Ich produziere jetzt Aufkleber: „Motor aus!“ Ich glaube wir könnten viele 1000 Liter fossiler Brennstoffe sparen. Wenn ihr die auf Autos von gedankenlosen Fahrern klebt.

Epilog6
Mitmachen. Weitersagen. Rebloggen erwünscht.

Epilog7
Sowas wie eine Umweltpolizei (toller Name) muss her, die die Verantwortlichen mit deftigen Strafen zwingt, hier und überall, wo so respektlos mit der Umwelt umgegangen wird, etwas zur Abhilfe zu unternehmen.
Interessant, wie wenig im deutschen Bussgeldkatalog steht. Die Schweiz ist da weiter. Sie haben ein strenges Umweltgesetz.
Aber auch einige Schweizer lassen im Lago den Motor laufen.

 

Autor: sebiturbo

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